Der Abend schien tatsächlich besser zu laufen, als ich es eigentlich gedacht hatte. Ich tanzte die meiste Zeit mit Nea, nachdem ihr Dom Nathan sich für einige Zeit verdünnisiert hatte, und als er wieder kam, kippte ich mir an der Bar ein paar stark alkoholische Drinks in den Mund. Glücklicherweise vertrug ich durch meine nächtlichen Ausflüge einiges und war noch nicht einmal wirklich betrunken, als jemand in ein Mikrofon räusperte und so die Aufmerksamkeit aller auf sich zog. Ein sehr großer und geschäftig wirkender Mann stand beim DJ und lächelte die Menge, deren Blicke auf ihm ruhten, an. Er sah definitiv nicht schlecht aus; langes, schwarzes Haar, das im Glanz der vielen Lichter fast blau wirkte. Ich konnte mir gut vorstellen, wie es unter dieser Kleidung aussah und musste ein kleines, versautes Grinsen unterdrücken. Tatsächlich, der Kerl gefiel mir. Nicht, dass ich vorhatte, ihn mir zu schnappen. Das war, trotz allem und immerhin, die BDSM-Szene.
"Guten Abend alle zusammen und Willkommen im Sinner's Night. Ich möchte bekanntgeben, dass jetzt alle Getränke auf Mr. Hart gehen und möchte sowohl im Namen meines Teams als auch im Namen von Mr. Hart und seiner Sub Mrs Neverland zum Geburtstag gratulieren. Genießen Sie den Abend!"
Ich sah mich um, doch Nea war nicht zu sehen, genausowenig wie ihr (unglaublich gut aussehender) Dom. Nun gut, bei ihnen konnte ich mich später bedanken. Ich bahnte mir meinen Weg durch die Menschenmassen und lächelte ein paar Leuten zu, die mir tatsächlich alles Gute wünschten; vielleicht Freunde von Nea, die wusste, wie ich aussah. Vielleicht hatte ich auch zu auffällig meine Lippen zu einem überraschten Grinsen verzogen. Auch egal - ich erreichte die Bar unbeschadet, zupfte mein schwarzes Kleid zurecht und ließ mich auf den Barhocker neben Mr. Chef fallen. Ich tippte gegen sein Glas und winkte dem Kellner, der sofort verstand und auch mir einen doppelten Whiskey hinstellte. Ich hob das Glas, um mit dem Chef anzustoßen. "Dankeschön für die nette Überraschung", war alles, was ich von mir gab. Kein Lächeln, nur ein Blick in sein Gesicht. Seine Augen waren verblüffend blau, solche Augen hatte ich noch nie gesehen. Schön waren sie, wie eisblaue Sterne in der Nacht.
Als er meinen Blick erwiderte, musste ich doch ein bisschen grinsen. Ja - das würde noch lustig werden heute.
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